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Freilichtbühne Coesfeld e.V.

DIE GESCHICHTE DER FREILICHTBÜHNE

1 Von Hans Benson

Die Vorgeschichte

Wir schreiben das Jahr 1946. Ich bin 13 Jahre alt und seit drei Jahren in der einklassigen Schule in Flamschen. Der Krieg hat meine Mutter mit meiner Schwester und zwei Brüdern aus Essen nach Coesfeld-Flamschen vertrieben. Ebenso erging es einem jungen Lehrer, der, gerade aus der Gefangenschaft entlassen, an diese Schule kam. Ich erinnere mich noch sehr gut: Dieser Lehrer war voll sprühender Ideen. Von ihm ging eine Faszination aus, er wusste Schülerinnen und Schüler für Literatur und musische Dinge zu begeistern. Sozusagen als seine erste Amtshandlung wurde sein privates Klavier in die Schulklasse geschoben, es wurde ein Chor gegründet und es wurden Sketche und kleine Theaterstücke eingeübt. Stefan Rüter, unser Lehrer wollte mit etwas Künstlerisches produzieren und dieses Produkt einem breiteren Publikum vorstellen. Zur Weihnachtszeit bauten wir in der Schulklasse eine Bühne.

Unter Anleitung von Ursula und Stefan Rüter wurden Kostüme und Requisiten gefertigt. Die angesetzten Vorstellungen waren stets Übervoll. Nach einigen Krippenspielen wurde 1947 bereits das erste richtige Theaterstück "Rosa von Tannenburg" aufgeführt. 1948, 1949 und 1950 spielten wir: "Der Geiger unserer Lieben Frau", "Die Donar-Eiche", "Die Schildbürger" In all diesen Stücken wurde musiziert, gesungen und getanzt. Das waren die ersten Schritte, das war der Weg zum Musiktheater, Freilichtbühne Coesfeld. Die Schule in Flamschen war im Umkreis von ca. 10 km bekannt geworden. Vom "Hohen Feld", der Stadt Coesfeld und von Lette kamen die Besucher.


Eine Gemeinschaft formen

Längst hatte die Spielgruppe die Privaträume der Rüter´s mit genutzt, denn die Schule war für den Andrang viel zu klein. Das Wohnzimmer und ein Schlafzimmer waren die Umkleiden, die Küche die Maske. Einen Schminkmeister gab es auch schon. Franz Terhorst kam mit dem Fahrrad, den Schminkkoffer auf dem Gepäckträger, von Coesfeld nach Flamschen geradelt. Außer der Begabung Stefan Rüters, uns für das Spielen und Singen zu begeister, hatte er ein unglaubliches Talent, eine Gemeinschaft zu formen und zu kreativem Denken und Handeln zu veranlassen. Sein Dank an die Spielgruppe war in jedem Jahr ein gemeinsamer Ausflug. Das war in den Jahren 1947-1949 schon sehr außergewöhnlich. Es war die Zeit ohne Autos, ohne Busse, dafür mit überfüllten "Hamsterzügen". Einer dieser Ausflüge ging an den Rhein. Für uns unvorstellbar, da die Züge doch immer mit den "Hamstern" überfüllt waren. Die Wagondächer, Die Puffer, Die Bremserhäuschen, alles übervoll. Nur unsere Gruppe hatte - zwei reservierte Abteile. Stefan Rüter hatte mit einem Pfarrer und einem gläubigen Bahnbeamten dieses Kunststück fertiggebracht. Als wir auf dem Bahnsteig waren, sahen wir einen Wagen mit verhängten Fenstern. In einem offenen Fenster stand "Hochwürden". Wir stiegen in diesen Wagen ein und fuhren los. Auf jedem Bahnsteig das gleiche Spiel: Hochwürden mit strenger Miene im offenen Fenster, die anderen Fenster waren verhangen, wir waren auf Tauchstation, hatten uns versteckt. Wohl vor Respekt vor dem "Frommen Mann" wurden unsere Abteile von den "Hamstern" nicht bestürmt. So kamen wir nach Bacharach und blieben dort eine Woche.

Diesen außerschulischen Erlebnissen und den immer größeren Erfolgen auf unserer Schulbühne ist es wohl zu verdanken, dass viele der Volksschulabgänger in unserer Theatergruppe geblieben sind. Die Menschen waren von unseren Spielen begeistert und kamen in Scharen. Die Schulräume waren viel zu klein, die möglichen Aufführungstage wegen des Schulbetriebs zu wenig. Es folgten Gastspiele in Coesfeld Stadt, in Darup und in Lette. Also begann schon zu dieser Zeit das Tournee - Theater Coesfeld.
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